Panorama-Röntgenaufnahme des Kiefers auf einem Praxismonitor

Kieferorthopädisch-kieferchirurgische Kombinationsbehandlung

Eine weitere Form der Therapie kommt in den meisten Fällen nur bei erwachsenen Patienten mit besonders schwerwiegenden Kieferfehlstellungen, bei Kieferfehlbildungen oder bei Deformationen der Kiefer beziehungsweise des Gesichtsschädels zur Anwendung: die kieferorthopädisch-kieferchirurgische Kombinationsbehandlung.

Häufig üben ererbte und erworbene Fehlbildungen im Kiefer-Gesichtsbereich einen ungünstigen Einfluss auf die Harmonie der Gesichtsästhetik aus. In den meisten Fällen sind dabei auch Sprech- und Kauvermögen sowie die Atmung stark beeinträchtigt.

Operationsteam bei einem kieferchirurgischen Eingriff

Therapie von Fehlbildungen im Kiefer-Gesichtsbereich

Solche Fehlstellungen können häufig nur durch eine kombinierte kieferorthopädisch-kieferchirurgische Behandlung zufriedenstellend korrigiert werden.

Nach einer kieferorthopädischen Vorbehandlung wird die Fehlstellung von einem Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen operativ korrigiert – etwa durch eine chirurgische Vor- oder Rückverlagerung des Kiefers.

Den Abschluss bildet eine kurze kieferorthopädische Feinkorrekturphase, in der die Zähne präzise auf die neue Bisssituation eingestellt werden.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Die kieferorthopädisch-kieferchirurgische Kombinationsbehandlung kommt bei schweren Kieferfehlstellungen und Fehlbildungen zum Einsatz.
  • Betroffen sind überwiegend Erwachsene, bei denen das Kieferwachstum abgeschlossen ist.
  • Ablauf: kieferorthopädische Vorbehandlung, operative Verlagerung des Kiefers durch einen Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen, abschließende Feinkorrektur.
  • Neben der Gesichtsästhetik sind häufig auch Sprech- und Kauvermögen sowie die Atmung betroffen.

Häufig gestellte Fragen

Wann reicht eine Zahnspange nicht mehr aus?
Wenn nicht nur die Zähne, sondern die Kiefer selbst deutlich zueinander verschoben oder fehlgebildet sind und das Wachstum bereits abgeschlossen ist, lässt sich das mit einer Spange allein nicht ausgleichen. Dann ist eine kombinierte kieferorthopädisch-kieferchirurgische Behandlung der übliche Weg.
Wie läuft eine Kieferoperation bei einer Fehlstellung ab?
Zuerst werden die Zahnreihen kieferorthopädisch so vorbereitet, dass sie nach der Verlagerung zueinander passen. Anschließend verlagert ein Mund-Kiefer-Gesichtschirurg den Ober- und/oder Unterkiefer operativ. Zum Abschluss folgt eine kurze kieferorthopädische Feinkorrekturphase.
Wer operiert – der Kieferorthopäde oder ein Chirurg?
Den Eingriff nimmt ein Mund-Kiefer-Gesichtschirurg vor. Wir übernehmen die Vorbehandlung, die Planung in Abstimmung mit dem Operateur und die Feinkorrektur danach. Sie werden also über die gesamte Zeit von einem Team begleitet.
Ist eine Kieferoperation auch bei Kindern nötig?
In der Regel nicht. Solange der Kiefer noch wächst, lassen sich viele Fehlstellungen mit wachstumslenkenden Apparaturen beeinflussen. Die Kombinationsbehandlung betrifft überwiegend erwachsene Patienten mit abgeschlossenem Wachstum.